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Darf man das? - Wie ein Material die Tischsitten veränderte
Für viele Generationen gehörte es zum guten Ton beim Essen: Bestimmte Speisen durften keinesfalls mit dem Messer geschnitten werden. So untersagten es die Umgangsformen nicht nur, Kartoffeln auf diese Weise zu zerkleinern. Allgemein war es verpönt, Gemüse zu schneiden. Und speziell Spargel hatte unzerschnitten verspeist zu werden, was aus mancher Mahlzeit eine anspruchsvolle akrobatische Herausforderung machte. Auch das Köpfen des Frühstückseis mit dem Messer galt lange als grober Verstoß gegen die Tischsitten. Stattdessen musste die Schale abgepellt oder der obere Teil des Eis mit dem Eierlöffel abgehoben werden.
All diese Tischregeln hatten durchaus einen praktischen Hintergrund: Wenn die damaligen Messer aus Silber oder Stahl mit diesen Speisen in Berührung kamen, liefen sie schnell dunkel an. Erst seitdem sich der heute übliche, nichtrostende Edelstahl als Material fürs Besteck durchgesetzt hatte, lässt sich dieser Oxidations-Effekt beim Kontakt mit säure- oder eiweißhaltigen Lebensmitteln vermeiden.

Im Gegensatz zu früheren Messern sind heutige Erzeugnisse wesentlich unempfindlicher. (Foto: Wüsthoff)Der Chrom-Anteil der modernen Edelstahl-Messer macht sie nicht nur rostfrei, sondern auch völlig unempfindlich gegenüber aggressiven Stoffen. Im Gegensatz zu früher können Besteck- und Küchenmesser heutzutage bedenkenlos bei Zubereitung und Verzehr von Eiern, Fisch oder sogar bei Salaten mit Essig, Salz und Olivenöl eingesetzt werden. Und mit dem Materialwechsel haben sich allmählich auch die Tischsitten gewandelt. So gilt es schon lange nicht mehr als Fauxpas, Gemüse mit dem Messer in mundgerechte Stücke zu zerkleinern. Selbst der gewissenhafte „Arbeitskreis Umgangsformen International“, der beispielsweise die Tanzschüler der Republik mit den Benimm-Regeln für alle Lebenslagen versorgt, hat inzwischen das Schneiden von Kartoffeln ohne Einschränkungen freigegeben. Kenner zerkleinern sie allerdings nach wie vor lieber mit der Gabel: Soße lässt sich dann leichter aufnehmen als bei der glatten Fläche eines Messerschnitts.
Quelle: Supress-Online
Weblink: www.supress-online.de
Darf man das? - Wie ein Material die Tischsitten veränderte
Für viele Generationen gehörte es zum guten Ton beim Essen: Bestimmte Speisen durften keinesfalls mit dem Messer geschnitten werden. So untersagten es die Umgangsformen nicht nur, Kartoffeln auf diese Weise zu zerkleinern. Allgemein war es verpönt, Gemüse zu schneiden. Und speziell Spargel hatte unzerschnitten verspeist zu werden, was aus mancher Mahlzeit eine anspruchsvolle akrobatische Herausforderung machte. Auch das Köpfen des Frühstückseis mit dem Messer galt lange als grober Verstoß gegen die Tischsitten. Stattdessen musste die Schale abgepellt oder der obere Teil des Eis mit dem Eierlöffel abgehoben werden.
All diese Tischregeln hatten durchaus einen praktischen Hintergrund: Wenn die damaligen Messer aus Silber oder Stahl mit diesen Speisen in Berührung kamen, liefen sie schnell dunkel an. Erst seitdem sich der heute übliche, nichtrostende Edelstahl als Material fürs Besteck durchgesetzt hatte, lässt sich dieser Oxidations-Effekt beim Kontakt mit säure- oder eiweißhaltigen Lebensmitteln vermeiden.
Im Gegensatz zu früheren Messern sind heutige Erzeugnisse wesentlich unempfindlicher. (Foto: Wüsthoff)
Quelle: Supress-Online
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