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Die Teekanne - Von Hans-Christian Andersen


„Von dieser Erinnerung werde ich niemals loskommen!" sagte die Teekanne, wenn sie sich später selbst ihren Lebenslauf erzählte. „Ich wurde Invalide genannt, in einen Winkel gesetzt und am nächsten Tag einer Frau geschenkt, die um etwas Bratfett bettelte; ich stieg zur Armut herab, war innerlich und äußerlich verstummt, aber dort, wo ich stand, begann mein besseres Leben; man ist etwas und wird doch etwas ganz anderes.

Man legte Erde in mich hinein; das ist für eine Teekanne, als würde sie begraben, aber in die Erde legte man eine Blumenzwiebel; wer sie hineinlegte, wer sie mit gab, weiß ich nicht, aber geschenkt wurde sie mir, ein Ersatz für die chinesischen Blätter und das kochende Wasser, ein Ersatz für den abgebrochenen Henkel und die Tülle.

Und die Zwiebel lag in der Erde, die Zwiebel lag in mir, sie wurde mein Herz, mein lebendiges Herz, ein solches hatte ich nie zuvor gehabt. Nun war Leben in mir, Kraft und Kräfte; der Puls schlug, die Zwiebel keimte, sie wurde von Gedanken und Gefühlen gesprengt; sie brachen in einer Blume hervor; ich sah sie, ich trug sie, ich vergaß mich selbst in ihrer Schönheit; gesegnet der, der sich selbst in anderen vergisst!

Sie sagte mir keinen Dank, sie dachte an mich - sie wurde bewundert und gepriesen. Ich war so froh darüber, wie hätte sie es erst sein müssen! Eines Tages hörte ich, wie man sagte, dass sie einen besseren Topf verdiene - und ich wurde in den Hof geworfen, liege dort als alter Scherben - aber ich habe die Erinnerung, die kann mir niemand nehmen!"
 
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Quelle: Deutscher Teeverband
Weblink: www.teeverband.de