15.04.2015
Die Entstehung der modernen K├╝che

Der Begriff "K├╝che" entstand im Zusammenhang mit der Entdeckung des Feuers zur Zeit des Neolithikums. Seither wird der Raum im Haus, der von den anderen R├Ąumen gr├Â├čtenteils abgetrennt ist, zur Herstellung und Lagerung von Speisen genutzt. Von der offenen Feuerstelle bis zur heutigen K├╝che sollten jedoch Tausende von Jahren vergehen. Auch spiegeln die unterschiedlichen Epochen die Entwicklung der K├╝che wieder. Ver├Ąnderten sich die K├╝chen und das Handling in ihnen bei der armen Bev├Âlkerung nur sehr langsam, so wurden die K├╝chen des Adels und der Oberschicht schnell modern und zweckm├Ą├čig.

Die Entstehung der modernen K├╝che - Foto: Brigitte Bohnhorst, Fotolia.com
Die Entstehung der modernen K├╝che - Foto: Brigitte Bohnhorst, Fotolia.com

Die K├╝chen bis zur Antike
Die ersten Feuerstellen zur Zubereitung von Nahrungsmittel gehen in die Zeit zwischen 8350 und 7370 v. Chr. zur├╝ck. Diese Feuerstellen befanden sich im Freien und nicht etwa in den Lehmh├╝tten der damaligen Zeit. Die Feuerstelle beherbergte neben dem offenen Feuer einfache Lehm├Âfen und Mahlsteine. Sie wurden von mehreren Familien zusammen ohne geeignetes Kochgeschirr genutzt, denn Keramik gab es noch nicht. So wurden Speisen mit hei├čen Steinen erw├Ąrmt, in der hei├čen Asche gebacken oder auf dem offenen Feuer ger├Âstet. Teilweise entstanden zu dieser Zeit auch schon erh├Âhte Lehmherde. Um 1750 v. Chr. wurden aus den Lehmherden die ersten Ton├Âfen. Bei den wohlhabenderen Griechen verschwand die Kochstelle um 800 bis 200 v. Chr. bereits in den H├Ąusern. Auch legte man die K├╝che neben den Baderaum, damit das Feuer beide R├Ąume erw├Ąrmen konnte. Die K├╝chen im Haus waren jedoch bis 800 n. Chr. nur bei der reicheren Bev├Âlkerung zu finden, die ├Ąrmere Bev├Âlkerung kochte nach wie vor im Freien.

K├╝chen im Mittelalter
Im europ├Ąischen Mittelalter befand sich die Kochstelle an einem zentralen Punkt im Haus mit einer ├ľffnung im Dach als Rauchabzug. Meist am h├Âchsten Punkt des Geb├Ąudes gelegen diente sie neben dem Kochen noch zum Erw├Ąrmen und als Lichtquelle. Bei der reicheren Bev├Âlkerung wurde ein separater Raum als K├╝che angelegt, damit die Bewohner vor dem Rauch und etwaigen Feuerausbr├╝chen gesch├╝tzt waren. Da man zu dieser Zeit nur mit offenem Feuer kochen konnte, waren die K├╝chen total verru├čt und wurden darum "Schwarz- oder Rauchk├╝chen" genannt. Mittlerweile wurde der Kachelofen als W├Ąrmequelle erfunden. Er r├╝ckte die offenen Feuerstellen zur Wand im Haus und das Feuer wurde mit einem Herd aus Ziegeln einged├Ąmmt. Nach dem Keramik-Kochgeschirr gab es im Mittelalter Dreibeint├Âpfe und Kessel aus Bronze, Eisen oder Kupfer, die an einer Kette ├╝ber dem Feuer aufgeh├Ąngt wurden. So konnte die Gartemperatur geregelt werden. In den reicheren H├Ąusern kam danach der Drehspie├č zum Garen von Fleisch in der Renaissance. In dieser Zeit wurde auch der Rauch vom offenen Feuer bereits zum R├Ąuchern von Fleisch und Fisch genutzt. Die ├Ąrmere Bev├Âlkerung kochte weiterhin, bis nahe dem 20. Jahrhundert, in den sogenannten "Schwarzk├╝chen".

Die Entstehung der modernen K├╝che - Foto: ermess, Fotolia.com
Die Entstehung der modernen K├╝che - Foto: ermess, Fotolia.com

Wandlung w├Ąhrend der Rokoko und Barock Zeit bis zum 19. Jahrhundert
Mit der Steigerung des Lebenswandels ver├Ąnderte sich auch die K├╝che. Die Feuerstelle wurde bereits um das 16. Jahrhundert an drei Seiten ummauert, es wurde mehr Kochgeschirr entwickelt (Spie├če f├╝r Fleisch und Fisch), Gew├╝rze spielten eine gro├če Rolle und es wurden die ersten Kochb├╝cher erstellt. Auch kamen Lochbleche oder Gitter zum Daraufstellen der T├Âpfe ├╝ber dem Feuer zum Einsatz. Daf├╝r entstanden Pfannen und T├Âpfe mit flachem Boden. Im 18. Jahrhundert entstand dann der rundum geschlossene Herd. Der Castrolherd hatte eine Eisenplatte, auf der gusseiserne T├Âpfe oder verzinnte Kupfert├Âpfe zum Einsatz kamen. Er wurde bis zum 19. Jahrhundert immer weiter verfeinert und die Entwicklung der ersten K├╝chenmaschinen begann. Die modernen Kochstellen hatten mit der Feuerstelle nicht mehr viel gemeinsam. Technisch ausgereift besa├čen sie ein Wasserschiff zum Erhitzen des Wassers, mehrere Kochl├Âcher, einen D├Ârr- und einen Bratofen.

Von der Industrialisierung bis heute
Zu- und Abwasserleitungen in den St├Ądten entstanden und befeuert wurde der Herd nunmehr mit Gas. Nach dem Einzug der Elektrizit├Ąt wurden die Herde in den K├╝chen vollkommen auf Strombetrieb umgestellt. Dies geschah jedoch erst gro├čfl├Ąchig in den 30er Jahren. Zudem wurden immer mehr K├╝chenmaschinen zur Arbeitserleichterung entwickelt. Im Zuge des Arbeitseinsatzes der Frauen wurden neue, kleinere K├╝chen mit mehr Komfort entwickelt, die kurze Wege und Arbeitserleichterung versprachen. Nach dem II. Weltkrieg entstanden g├╝nstige und schnell errichtete Norm- bzw. Systemk├╝chen. Hiermit begann auch die ├ära der Einbauk├╝chen mit genormten Einbau-Elektroger├Ąten. Resopal auf den K├╝chen-Oberfl├Ąchen sorgte zur Mitte des 20. Jahrhunderts f├╝r eine Wasser abweisende Oberfl├Ąche mit vereinfachter Reinigung. Die modernen K├╝chen von heute k├Ânnen als Einbauk├╝che oder einzelnen, kombinierten Elementen montiert werden. Neben der Funktionalit├Ąt gilt die K├╝che in der heutigen Zeit als sozialer Raum f├╝r die gesamte Familie. Beim Kochen, nicht l├Ąnger nur Notwendigkeit, mit frischen Zutaten und etlichen Gew├╝rzen wird die Wahrnehmung der Zubereitung und des Essens verst├Ąrkt. Genuss beim Essen und Kochen ist gesellschaftsf├Ąhig in den Vordergrund ger├╝ckt.

Bei der Planung einer neuen K├╝che hilft Ihnen gerne folgender Ratgeber von K├╝chenquelle.




zur├╝ck zur News├╝bersicht