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Verschiedene Methoden, ein Ziel - Die Tee-Ernte in unterschiedlichen Regionen

Auch heutzutage wird Tee vielfach noch per Hand geerntet. Nach der Formel "Two leaves and a bud" sorgen geübte Teepflückerinnen dafür, dass nur die frischen Blattknospen und die zwei dazu gehörigen jungen Teeblätter geerntet werden. Durch die Ernte per Hand kann genau zwischen pflückreifen und noch nicht so weit entwickelten Sprossen unterschieden werden.

Auch heute noch wird die Teeernte vielfach per Hand vollzogen. (Foto: Dt. Teeverband)
Auch heute noch wird die Teeernte vielfach per Hand vollzogen. (Foto: Dt. Teeverband)
Neben der Erntemethode hat auch die Ernteperiode Einfluss auf die Qualität des Tees. Während zum Beispiel die Ernte in den subtropischen Regionen Nordindiens im Winter ruht, ermöglichen die tropischen Temperaturen im Süden Indiens, wie auch in Sri Lanka, eine ganzjährige Pflückung.

Ausschlaggebend für die Qualität der Tees ist, dass die Pflückabstände genau reguliert werden. Diese zeitlichen Abstände, in denen neue Sprossen nachwachsen, sind je nach Klima unterschiedlich. 

Schwer zugägnliche Bergregionen 

In Indien und Sri Lanka, wie auch in China und Afrika, wird ein Großteil des Tees mit der Hand geerntet. In den Bergregionen Sri Lankas, im indischen Darjeeling, in den Nilgiri-Bergen sowie in unwegsamen Gebieten Chinas, ist der Einsatz von Erntemaschinen aufgrund der geographischen Gegebenheiten gar nicht möglich.

In Darjeeling stehen die Teesträucher zum Beispiel an Hängen mit einer Neigung von bis zu 45 Grad. Während der Ernteperioden steigen die Pflückerinnen bereits in der Morgendämmerung die schmalen Pfade zu den mehr als 80 Teegärten der Provinz hinauf. Die jungen Teeblätter werden in einem Bastkorb oder Leinensack gesammelt, den die Pflückerinnen auf dem Rücken tragen. 

Eine „Heckenschere“ für die Pflückerinnen 

In Assam nutzen die Teepflückerinnen zum Teil auch technische Hilfsmittel. Mit Hilfe eines speziellen Geräts, das dem Aussehen nach an eine Heckenschere erinnert, werden die jungen Blätter in einen Baumwollsack befördert. In Südindien, auf Sri Lanka und zum Teil auch in Afrika, wird mit speziellen Scheren gearbeitet.

Diese ähneln einer kleinen Handschaufel. Die Kante ist gezackt und mit einem Messer versehen. Das Gerät sorgt für eine besonders gleichmäßige Bearbeitung des Strauches. Hinzu kommt, dass mit Hilfe der Schaufel pro Tag deutlich mehr Tee geerntet werden kann als per Hand.

Ein Grund, weshalb diese Erntemethode vor allem in Zeiten eingesetzt wird, in denen die Erntemenge sehr groß ist - beispielsweise während der Regenzeiten.
 
 


Quelle: Dt. Teeverband
Weblink: www.teeverband.de