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Von der Blüte bis zur Ernte - Anbau und Verarbeitung der Kaffeebohnen

Kaffeebohnen sind botanisch nichts anderes als Kerne der Kaffeekirsche. Der Rest – Schale, Haut und Fruchtschleim – ist unbrauchbar. Grün - gelb - rot: wie die Phasen einer Ampel wechselt die Farbe der Früchte des Kaffeebaums. Wenn sie tiefrot sind, werden die Kaffeekirschen einzeln gepflückt, neun Monate nach der Blüte ist die Ernte.


Zum Teil werden die frisch geernteten Kaffeekirchen noch per Hand gesiebt. (Foto: Kaffeeverband)
Zum Teil werden die frisch geernteten Kaffeekirchen noch per Hand gesiebt. (Foto: Kaffeeverband)
Sie findet in mittelamerikanischen Anbaugebieten und in Südostasien von September bis Januar, in Angola, Kongo, Brasilien vom Hochsommer bis zum Frühherbst, in der äthiopischen Kaffeeheimat dagegen von Januar bis April statt. Eigentlich gibt es keinen Monat des Jahres, in welchem nicht in irgendeinem Anbaugebiet Erntezeit ist, zumal sich die Lese mit Vor- und Nachernte, zum Teil noch über eine Zwischenernte  über mehrere Monate hinzieht.

Weil die Kaffeekirschen nicht gleichzeitig reif werden, wird meist von Hand gepflückt und sortiert. Diese Praktik ist zwar sehr zeitaufwendig, verbürgt aber beste Qualität. Rationeller ist die Methode, die Kirschen abzustreifen oder herauszukämmen. Sie fallen dann auf Tücher, die auf dem Boden ausgebreitete wurden. Etwa 1.000 Kilo Kaffeekirschen ergeben zwischen 100 und 160 Kilogramm Rohkaffee und ein Kilo Rohkaffee entspricht ca. 850 Gramm Röstkaffee.

Ein Pflücker oder eine Pflückerin erntet zwischen 50 und 100 Kilogramm Kaffeekirschen pro Tag. Im Durchschnitt liegt der Ertrag pro Hektar bei 550 Kilogramm Rohkaffee. Dabei findet sich Äthiopien mit nur 300 Kilogramm am unteren Ende der Skala, in Kolumbien werden rund 700 Kilogramm geerntet, Costa-Rica und El Salvador liegen mit über tausend Kilogramm an der Spitze. Die jährliche Fruchtmenge eines einzelnen Baumes ergibt übrigens nur ein knappes Pfund Röstkaffee.
 
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Quelle: Hans-Werner Mayer